… aus dem Leben einer Fairy

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SIE ist da!

Und ich darf sie endlich im Arm halten, meine wunderschöne kleine Fremde. 3570 g und 51 cm pures Glück.

Was habe ich geweint am Tag ihrer Geburt. Teils vor Angst, teils vor Schmerz, aber am Ende am meisten vor unfassbarer Freude. Es ist so unglaublich, auf einmal diesem kleinen zarten zauberhaften Menschenwesen zu begegnen, das man doch über neun Monate in seinem Inneren mit sich getragen, das man bereits zu dieser Zeit ernährt und beschützt hat.

Und Stunden vorher dachte man noch, man hätte noch ein wenig mehr Zeit zur Vorbereitung. Aber ich glaube, auf diese Erfahrung hätte ich mich weder in einer Woche, noch in einem Jahr richtig vorbereitet gefühlt. Als mir Freitag Nacht um 4 Uhr plötzlich Fruchtwasser die Beine hinunter lief, dachte ich einfach nur „Oh nein, und ich habe noch gar nicht genug kleine Socken gestrickt!“

Trotz acht Stunden anhaltender Wehen und dem Gefühl, das Baby müsse da doch bald rauskommen, tat sich leider nichts und so wurde kurzerhand ein Kaiserschnitt durchgeführt. Ob nun das Köpfchen nicht zum Becken passte oder umgekehrt – egal – meine Tochter entschied sich gegen die Möglichkeit, es einfach auszuprobieren und wartete ein Stück vor den Beckenknochen. Schlaues Kind.

Na gut. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Die völlig unfähige Anästhesistin (über die ich mich schon allein wegen der vier versauten Braunülen beschweren werde…)wackelte die Spinalanästhesie irgendwie zurecht und mir wurde der Bauch aufgeschnitten. Die blutigen Details erspare ich Euch jetzt einfach mal (zudem ich freundlicherweise selbst nicht viel von dem Geschehen sehen musste…). Nur Eines vielleicht: ich hatte keine Ahnung, dass man komplett durchgeschüttelt wird, wenn die Ärzte das Baby rausholen. Zum Glück hatte ich meine wertvolle Zeit vorher nicht mit Dammmassage und Heublumenbädern verschwendet und nur mäßig viel Himbeerblättertee getrunken :mrgreen:.

Dann hörte ich mein Kind lauthals schreien. Ein gutes Zeichen. Die Stimme hat sie von mir ;-).

Sie wurde mir auch auf die Brust gelegt, aber ich war in diesem Moment einfach viel zu müde um das alles zu realisieren.
Zum Glück durfte mein Liebster trotz Wochenendnotbesetzung doch noch in den OP und auch beim ersten Bad durfte er der Hebamme assistieren, während mir die einzelnen Bauchschichten wieder zugenäht wurden.

Meinen kleinen Sonnenschein jetzt gesund und munter im Arm halten zu dürfen ist natürlich die beste Entschädigung der Welt für diesen Eingriff und die heftigen Schmerzen, die mich noch einige Zeit begleiten werden (Husten, Niesen und Lachen sind ebenso unerträglich schmerzhaft wie einfaches Aufsetzen oder Bücken).

Andererseits muss ich schon sagen: dies war für mich das erste und definitiv das letzte Mal. Ich weiß was Ihr jetzt denkt (jaja, wir sprechen uns in ein paar Jahren etc.), aber mal im Ernst. Wer weiß ob man das Glück hätte, noch einmal ein gesundes Kind zu bekommen. Heutzutage kann man froh sein, wenn man ein Kind (finanziell) so unterstützen kann, dass es alle Möglichkeiten hat. Ich will weder meine Ausbildung noch mein Kind vernachlässigen, je mehr Kinder, desto schwieriger wird das meiner Meinung nach. Nochmal schwanger sein? Fast ein Jahr auf Alkohol, Sushi, blutiges Steak und Leberwurst verzichten? Neverever! Und last but not least: Wir haben nur ein Kinderzimmer ;-).

Aber da hat sicher jeder seine eigene Meinung. Wie auch immer.

Ich freue mich, meiner wunderschönen, zuckersüßen Tochter mein ganzes Herz schenken zu können. Und das tue ich auch. Diese Erfahrung ist das schönste Erlebnis meines Lebens. Ich würde nicht darauf verzichten wollen. Und ich bin so gespannt, wie es weitergeht :-).

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(Sie ist übrigens bildschön und fotogen (also von mir hat sie das nicht…), aber ich möchte keine Fotos von ihr ins Netz stellen, sorry.)

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