… aus dem Leben einer Fairy

Irgendwo habe ich eine Geschichte gehört oder gelesen, die mich tief berührt hat und die mir in der letzten Zeit immer wieder einfällt. Es ging um einen Mann, der einen Schmetterling beim Schlüpfen beobachtet. Das Tierchen müht sich wahnsinnig ab und der Mann bekommt Mitleid und öffnet den Kokon ein wenig, um dem Schmetterling zu helfen. Zuerst freut er sich, dass der Schmetterling nun ohne größere Anstrengung in die Freiheit kann, dann beobachtet er jedoch mit Entsetzen, dass das Tierchen die Flügel nicht ausbreiten kann und somit flugunfähig ist. Er fragt einen befreundeten Experten, der ihm sagt, er habe mit seiner Schlüpfhilfe einen Fehler begangen. Erst durch das selbständige Schlüpfen aus dem Kokon seien Schmetterlingsflügel in der Lage sich auszubreiten. Diesen wichtigen Entwicklungsschritt habe die gut gemeinte Schlüpfhilfe verhindert und so den Schmetterling seiner Flugfähigkeit beraubt.

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, ob die Geschichte stimmt, aber auf den Menschen übertragen ergibt sich doch die Frage, wieviel „Schlüpfhilfe“ gut und gesund ist und ab wann sie zu „Flugunfähigkeit“ führt. Sowohl Vernachlässigung alsauch sogenannte „Overprotection“ führen ja beispielsweise zu den gleichen Störungen. Was ist die richtige Balance? 

Tut man jemandem einen echten Gefallen, wenn man ihm hilft oder nimmt man ihm damit die Möglichkeit, sich selbst zu helfen? Verhindert man damit sogar einen wichtigen Entwicklungsschritt? Wird man als flugunfähiger Schmetterling überhaupt jemals eine Chance haben? Oder wird man im besten Fall schnell gefressen? 

  

Kommentare zu: "Von Menschen und Schmetterlingen" (3)

  1. Ich verstehe natürlich, dass man sich, gerade auch als junge Eltern, darüber Gedanken macht. Wenn ich das was ich lese und/oder im Bekanntenkreis höre, richtig interpretiere, dann macht man sich darüber heute einfach zu viele Gedanken.

    Nicht dass wir uns falsch verstehen – Gedanken machen ist immer die beste Möglichkeit – aber daraus muss eine Linie, eine Überzeugung o.ä. hervor gehen.

    Meine Tante war die Älteste von sieben Geschwistern, hatte die Aufsicht, musste Schule und Feldarbeit managen und vieles mehr. Sie wurde erwachsen, gründete eine Familie, lebte ihr Leben und starb.

    Ich selbst wurde in eine Familie geboren, die mich als Kind gar nicht haben oder brauchen konnte, wurde täglich verprügelt, bis ich mit 15 auf Drängen meiner Grosseltern eine eigene Wohnung bekam und eine Ausbildung begann statt im Erziehungsheim, wie geplant, zu verschwinden. Aus mir ist, wie man so schön sagt, „etwas geworden“, Ich habe zwei Familien gegründet, einen Sohn (Scheidungskind) aus dem auch „etwas geworden“ ist.

    Will sagen – eine Schlüpfhilfe darf man nicht damit verwechseln, sein Kind von allem fernzuhalten, es zu verwöhnen bis es eines Tages nicht mehr alleine lebensfähig ist.

    Und … am Ende ist man die Summe dessen, was man selbst erlebt hat und nicht die Summe dessen, was einem erzählt wurde.

    Ich sehe schon – eigentlich ist das Thema vollkommen uferlos …

  2. Meine Kindheit als Einzelkind war sehr behütet und verwöhnt. Aus mir ist trotzdem was geworden🙂

  3. Ich gehe es stets mit Hilfe zur Selbsthilfe an … frei unter dem Motto: Alles kann nichts muss. Letztendlich wird jeder doch irgendwie seine eigenen Erfahrungen machen müssen.
    Manchmal ist es auch nihct leicht aus einem Gespräch herauszuhören, ob jemand sich nur ausquatschen will oder tatsächlich Hilfe braucht. Unterm Strich jedoch denke ich, dass FÜR EINANDER DA SEIN hier das wichtigste ist – oder nicht?

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