… aus dem Leben einer Fairy

Archiv für Juni, 2015

Von Menschen und Schmetterlingen

Irgendwo habe ich eine Geschichte gehört oder gelesen, die mich tief berührt hat und die mir in der letzten Zeit immer wieder einfällt. Es ging um einen Mann, der einen Schmetterling beim Schlüpfen beobachtet. Das Tierchen müht sich wahnsinnig ab und der Mann bekommt Mitleid und öffnet den Kokon ein wenig, um dem Schmetterling zu helfen. Zuerst freut er sich, dass der Schmetterling nun ohne größere Anstrengung in die Freiheit kann, dann beobachtet er jedoch mit Entsetzen, dass das Tierchen die Flügel nicht ausbreiten kann und somit flugunfähig ist. Er fragt einen befreundeten Experten, der ihm sagt, er habe mit seiner Schlüpfhilfe einen Fehler begangen. Erst durch das selbständige Schlüpfen aus dem Kokon seien Schmetterlingsflügel in der Lage sich auszubreiten. Diesen wichtigen Entwicklungsschritt habe die gut gemeinte Schlüpfhilfe verhindert und so den Schmetterling seiner Flugfähigkeit beraubt.

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, ob die Geschichte stimmt, aber auf den Menschen übertragen ergibt sich doch die Frage, wieviel „Schlüpfhilfe“ gut und gesund ist und ab wann sie zu „Flugunfähigkeit“ führt. Sowohl Vernachlässigung alsauch sogenannte „Overprotection“ führen ja beispielsweise zu den gleichen Störungen. Was ist die richtige Balance? 

Tut man jemandem einen echten Gefallen, wenn man ihm hilft oder nimmt man ihm damit die Möglichkeit, sich selbst zu helfen? Verhindert man damit sogar einen wichtigen Entwicklungsschritt? Wird man als flugunfähiger Schmetterling überhaupt jemals eine Chance haben? Oder wird man im besten Fall schnell gefressen? 

  

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Sportlicher Streik

Ihr Lieben,

ob Ihr es glaubt oder nicht – ich gehe momentan tatsächlich fast täglich trainieren. Und das hat einige wenige aber dafür wichtige Gründe.

Ich bin zum Sportjunkie mutiert (muahaha, ist natürlich Quatsch, ich bin weiterhin im Grunde meines Herzens eine Couchkartoffel!)

ABER 

Im Fitnesstudio gibt es Kinderbetreuung & heißes Wasser (unsere Heizung daheim war bis heute kaputt). YEAH! 🙂

Nachdem der vermaledeite Kitastreik hier in der vierten Woche noch weniger lustig ist als zu Anfang, ist die Kinderbetreuung für meine Maus die einzige Abwechslung von zu Hause bzw für mich die einzige Zeit, die ich wenn schon nicht für Arbeit, so doch wenigstens für mich nutzen kann. Ja klar, wir gehen auch mal auf den Spielplatz oder gehen zu Freunden, aber der geregelte Tagesablauf fehlt uns sehr. Vor allem können weder mein Mann noch ich so richtig arbeiten. Das ist umso schlimmer, wenn man gleichzeitig selbständig und in Ausbildung ist – ich kann so nicht lernen. 

Mittlerweile ist mein Kind morgens nicht mehr so traurig, dass sie nicht zur Kita darf, sondern fragt „Gehen wir heute wieder zum Sport zu meiner Kinderbetreuung?“. Wer kann da nein sagen? Da nehme ich das bisschen Muskelkater von Pilates, Wirbelsäulengymnastik und Gerätetraining gern in Kauf und habe wieder ein glückliches Kind.

Für 50 Euro im Monat könnte ich meine Maus hier übrigens täglich (auch Sonntag) von 9 bis 12 und zweimal wöchentlich zusätzlich von 16 bis 19 Uhr betreuen lassen. Es gibt jede Menge Spielzeug, ein Bällebad mit Rutsche und außer am Wochenende ist die maximale Kinderzahl vier (auf eine Betreuerin). Wenn ich mir überlege, dass ich für die Kita gerade 400 Euro für nichts bezahle… Und in die Sauna kann ich dort auch nicht ;-).