… aus dem Leben einer Fairy

Die Kita

Jetzt ist es letztendlich doch soweit – die Kita ist für das Fairykind fertiggebaut worden und plötzlich heißt es: Los geht’s!

Es ist alles sehr schön geworden, alles noch so neu und es gibt noch eine Baustelle (mit BAGGERN!) vor dem Haus. Das finden die Kinder super.

Letzte Woche war das Kennenlerngespräch mit der Erzieherin, einer hübschen langhaarigen Frau mit drei eigenen Kindern. Ganz nett eigentlich. Das Fairykind zeigte sich ungewohnt schüchtern und versteckte sich zwischen meinen Beinen. Hätte ich einen Rock getragen – sie wäre drunter gekrabbelt. Sehr sehr süß❤.

Das Gespräch (mit der Erzieherin und dem Kita Leiter) verlief ganz ok, bis wir auf das Thema der Eingewöhnung kamen. Für uns war klar, dass wir die Eingewöhnung quasi zusammen machen. Ich habe nicht jeden Tag unendlich viel Zeit zur Verfügung und so war es für uns logisch, dass der Liebste einspringt wenn ich Termine habe. Nun hieß es in dem Gespräch auf einmal, das sei nicht möglich. Nur EINER von uns dürfe die Eingewöhnung machen, da es sich hier um ein tolles neues Berliner Modell handle.

Aha. Ein Berliner Modell also. Soso.
Dieses Berliner Modell will mir also vorschreiben, dass mein Mann alleine die Eingewöhnung macht. Dass ich von dieser superwichtigen und mein Kind für lange Zeit betreffenden Lebenssituation ausgeschlossen werde. Dass ich entweder all meine gesundheitlich notwendigen Termine absage um jeden Tag dorthin gehen zu können, oder eben raus bin aus der ganzen Sache.

Ich bin skeptisch, ob wirklich alles was aus Berlin kommt so gut ist.

Ich bin ehrlich gesagt ziemlich angepisst. Schon seit über einer Woche. Ich schlafe schlecht. Ich weine ständig.
Und was anfangs für mich wie eine rationale Entscheidung klang, wird immer mehr ein emotionaler Spießrutenlauf.

Am ersten Tag gestern hat das Fairykind so oft "Mama mitkommen" gesagt, dass ich mitgegangen bin. Und ich hätte es weder für sie noch für mich über das Herz gebracht, nicht mitzugehen. Heute war dann der Liebste mit, da er dauerhaft einfach die zeitliche Kapazität hat, die mir fehlt.

Und ich weiß immernoch nicht, ob das die richtige Entscheidung war. Und es ärgert mich maßlos, dass ich diese blöde Entscheidung überhaupt treffen musste. Ich will mich aber auch nicht jeden Tag anmotzen lassen, wenn der jeweils andere von uns mitkommt.

Ist vermutlich alles egal so lange es dem Fairykind dort gefällt. Und bisher tut es das. Das freut mich auch, ich habe den Kindergarten nämlich gehasst als Kind.

Ich weiß, dass es nicht gut ist, wenn ich eine negative Einstellung zur Kita habe, dass das Kind das spürt, dass ich egoistisch bin und so weiter. Muss mir keiner sagen.

Und die vier Wochen Eingewöhnung gehen ja auch vorbei und dann kann sie zur Kita bringen wer will (falls es bis dahin kein tolles neues Berliner Modell gibt, das besagt immer DIE GLEICHE PERSON müsse das Kind bringen. Oder man müsse mit einer von goldenen Rössern gezogenen Kutsche vorfahren…).

Vermutlich sprechen gerade diese fiesen Mutterhormone aus mir. Oder mein Sturkopf. Alles möglich. Aber Eines lässt sich nicht leugnen. Das Berliner Modell und ich, wir hatten einen richtig schlechten Start.

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Kommentare zu: "Die Kita" (10)

  1. ladycrooks schrieb:

    Ist mir neu, dass das Berliner Modell vorsieht, dass nur ein Elternteil die Eingewöhnung übernehmen darf/soll.
    WIr haben auch nach diesem Modell eingewöhnt, wie ich nun gelernt habe (weil ich es mal gegoogelt habe), aber da ich alleinerziehend bin stand bei mir auch gar nicht zur Debatte, dass ich mich abwechsle…

    Seltsam, aber Pädagogen wissen ja immer alles besser….

    • Das ist auch sowas, das mich einfach maßlos ärgert. Momentan will mir einfach jeder Depp äh tschuldigung Pädagoge erzählen, was das beste für mein Kind ist. Erstaunlich wie ich es ohne diese wertvollen Ratschläge zwei Jahre lang geschafft habe, das Kind in meiner unqualifizierten Obhut am Leben zu halten.
      Wird das noch schlimmer?
      Ich frage für mein angegriffenes Nervenkostüm…

      • ladycrooks schrieb:

        Nun was soll ich jetzt sagen. Ich will dich nicht verunsichern, aber warte mal die Elternabende ab. Das wird richtig lustig, wenn die Übermütter oder schlimmer noch – väter sich die pädagogischen Konzepte bequatschen wollen und alles aus der höchstpersönlichen Perspektive IHRES Kindes sehen und kaum glauben können, dass andere Kinder anders sind.

        Ja, das wird noch lustig.

        Am Besten man betrachtet das ganze mit etwas Humor, dann wirkt es manchmal fast slapstickartig….;-)

      • Ja, ich glaub ohne Humor geht man bei solchen Dingen einfach nur unter. Ich werde mir Mühe geben und notfalls meinen Frust bloggen😉

  2. Wir haben auch nach dem Berliner Modell eingewöhnt, aber uns wurde das auch nicht vorgeschrieben, wer zu begleiten hat… Komisch.

    Anfangs sah’s bei uns ja so aus, als täte sich der Beberich schwer – was mich auch nicht wunderte, den ich habe als Kind alles, was mit Kindergarten zu tun hatte ebenfalls gehasst – aber jetzt geht er RICHTIG gerne hin. Halte die Zeit also durch, wenn dann alles läuft, hat sich’s gelohnt😉
    Wir hatten bisher keinen Elternabend, und ich wüßte auch nicht, dass irgendwann sowas geplant wäre… Und unsere Erzieherinnen sind sehr nett und mischen sich eigentlich eher nicht ins häusliche Konzept ein. Wobei es bisher mit dem BabyChief auch noch keine „Schwierigkeiten“ an sich gab. Vielleicht kommt das dann noch, mit den guten Ratschlägen… We’ll see.

    • Danke! Bisher geht das Fairykind sehr gerne in die Kita und wenn Chris den Raum verlässt, dann stört sie das nicht weiter. Sie spielt, lacht und beobachtet den Baustellenbagger. Ich vermute, dass Schwierigkeiten immer auftreten können, egal ob anfangs oder später. Mir ging es auch so, ich habe den Kindergarten überhaupt nicht gemocht und soweit wie möglich vermieden. Aber mein Bruder hat Kindergarten geliebt. Ach, ich warte mal ab was noch so kommt aber ich bin sehr froh, dass meine Maus bisher glücklich ist dort und mir dann zu Hause mit fröhlichem „MAMA WARTET SCHON!“ Geschrei in die Arme fliegt❤

      • Yep, Schwierigkeiten kann es auch nach erfolgreicher Eingewöhnung noch geben. Kinder haben ja auch ihre Lust und Launen. Aber wenn sie’s zumindest grundsätzlich mögen, ist es doch schonmal was🙂

      • Das stimmt🙂. Und wenn sie dann wirklich mal keine Lust hat und ich es ermöglichen kann – dann bleibt sie halt einen Tag daheim…dann hat sie bestimmt wieder Lust hinzugehen weil es daheim sooo langweilig ist😉 Aber was mir schon auffällt, sie ist extrem anhänglich wenn sie aus der Kita kommt. Ich koche teilweise mit Kind am Bein/zwischen den Beinen/auf dem Arm, ein bisschen ungewohnt. Und sie ist viel kuscheliger als sonst – auch nicht verkehrt😉

  3. War hier am Anfang ganz ähnlich, normalisiert sich aber grad wieder etwas. Er hat z.B. bis vor Kurzem nicht mehr im eigenen Bett durchgeschlafen – er brauchte wohl Nachts wieder mehr Nähe. Ist ja aber auch schön🙂

    • Hach ja, das klingt schön🙂 Ich genieße es ja auch, dass sie meine Nähe sucht. Dann fühle ich mich nicht so ausgeschlossen von der Kita…

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