… aus dem Leben einer Fairy

Ravioli à la Fairytalez

Heute haben wir Ravioli gemacht. Also nicht Tüte auf, Ravioli ins Wasser, sondern alles selbst gemacht, vom Teig bis zur Füllung. Uns war schon vorher klar, dass die Herstellung gefüllter Pasta zeitaufwendig ist, aber dass es am Ende über vier Stunden dauern würde war uns nicht bewusst. Zum Glück haben wir schon heute Nachmittag angefangen, sonst hätten wir kein Abendessen gehabt. Zwischendrin hat sich auch eine schöne Twitterdiskussion um zwei fehlende Eier für die Füllung entsponnen. Diese waren am Ende zum Glück völlig unnötig. Das Ergebnis hat auch so phantastisch geschmeckt. Aber vielen Dank nochmal für die Tipps zum Eierersatz. Wer hätte gedacht, dass wahlweise Essig, Sojamehl, Wasser, Rum oder Bananen ein Ei ersetzen können…

Vier Stunden kochen? Bzw. vier Stunden Vorbereitung? Lohnt sich das? Diese Frage habe ich mir schon gestellt, vor allem weil man ja auch noch anderes zu tun hat. Klares JEIN. Wenn man es eilig hat ist die Nudelproduktion definitiv NICHT das Richtige. Für solche Tage gibt es fertige Ravioli. Oder Steak. Oder Salat. Oder Lieferservice. Aber der Geschmack wiegt den Aufwand absolut auf. Das waren die besten Ravioli die ich jemals gegessen habe. Wirklich. Das ist es mir Wert. Zumindest an einem Sonntag voll Eisregen. Mit großem Hunger. Und richtig Lust auf Pasta. Allein die Nudelteigbearbeitung mit der Nudelmaschine hat etwas meditatives. Man sollte Spaß an sowas haben. Und im Moment sein. Nicht nur auf das Essen warten, sondern auch den Weg dorthin genießen. Und ich liebe es, Dinge entstehen zu lassen. Vor allem schöne oder leckere Dinge. Oder beides. Das erfüllt mich mit großer Freude und Stolz. Daher lohnt es sich für mich, vier Stunden mit Pasta zu verbringen. Und sie dann eine halbe Stunde lang intensiv zu genießen. Und den Rest des Abends vollgefuttert und glücklich auf dem Sofa zu verbringen. Mit einem kleinen Schüsselchen Mousse au chocolat. Nein, so werde ich natürlich niemals abnehmen. Ich weiß. Und heute Abend ist es mir gerade mal wieder völlig egal.

Falls Ihr auch Lust habt auf mehrere Stunden Küchenspaß (das geht sicher auch schneller als vier Stunden, aber wir mussten zwischendrin auch noch das Fairybaby bespaßen, füttern, wickeln und ins Bettchen bringen) kommt hier das Rezept:

Für den Teig (für vier wenig Hungrige oder zwei gute Esser) habe ich 300g Spätzle- und Pastamehl mit 3 Eiern und 3 EL Olivenöl circa 10 Minuten im Thermomix auf der Getreidestufe kneten lassen und dann mit den Händen zu einer schönen Teigkugel geformt. (Als ich den Thermi noch nicht hatte, hab ich das Ganze eben einfach eine halbe Stunde mit den Händen geknetet, geschlagen und bearbeitet). Dann wird die fertige Teigkugel in Frischhaltefolie eingeschlagen und in den Kühlschrank zum Ruhen (eine Stunde) gelegt.

Für die Füllung habe ich zwei Hähnchenbrustfilets (circa 300g), eine Zwiebel, eine Karotte und eine Packung Pancetta (geräucherter Speck) leicht zerkleinert (Thermomix Stufe 5 einige Sekunden), 10 Minuten bei 100 Grad auf Rührstufe gebraten und dann 10 Sekunden bei Stufe 6 püriert.
Man kann die Füllung auch einfach in der Pfanne braten und dann pürieren.
Dann habe ich etwa 50 Gramm Old Amsterdam und zwei EL Sahne untergemischt und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Fertig.

Der Teig wird dann mit der Nudelmaschine oder dem Nudelholz (aber das ist eine Wahnsinnsarbeit) in Bahnen verarbeitet. Obwohl jeder mit Nudelmaschine sicherlich weiß wie das am besten geht, beschreibe ich es kurz. Wichtig ist, immer kleine Teigkugeln zu verwenden und diese zunächst bei Stufe Null durch die Maschine zu schicken. Mehrmals. Den Teig immer wieder falten und durch die weiteste Stufe drehen. Bis man ein schönes Ausgangsformat hat (glatt und etwa so breit wie die Walze). Dann arbeitet man sich Stufe für Stufe hoch (1,2,3,4,5,6). Dünner als 6 finde ich schwierig zu füllen, aber der Pastaprofi schafft es bestimmt auch auf Stufe 7 oder so.

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Dann legt man die Bahnen auf eine Antihaftunterlage (wobei der Teig sehr unklebrig ist) und setzt kleine Füllungshäufchen mit etwas Abstand darauf. Am besten schaut man selbst, wie man das am geschicktesten formiert, es kommt auch auf das Werkzeug an. Wir hatten so einen Ausstecher, mit dem geht es sicher anders als mit dem Teigrädchen oder so einer Ravioli Form. Wichtig ist, dass man so viel Luft wie möglich aus den Ravioli drückt und die Nahtstellen gut andrückt. Uns ist kein einziger Raviolo (?) geplatzt oder ausgelaufen – was mich ehrlich gesagt total gewundert hat. Ich habe dicke, dünne, kleinere, größere, runde und sogar ein riesiges Eckiges gemacht. Und sie ließen sich ALLE perfekt kochen. Unglaublich.

Die fertigen Ravioli haben wir auf einem bemehlten Brett gelagert bis zum Kochen. Dafür haben wir den größten Topf den wir haben mit Wasser gefüllt, dieses zum Kochen gebracht, Salz dazu und die Temperatur etwas runtergeschaltet. Dann die fertigen Ravioli zwei bis drei Minuten ziehen lassen (das Wasser sollte nicht blubbern) und mit dem Schaumlöffel (oder Sieb) aus dem Wasser fischen.

Wir haben eine Portion mit Tomatensauce und eine Portion mit Salbeibutter gegessen. Beides war sehr sehr lecker. Die Tomatensauce ist dazu etwas frischer, die Butter hebt den feinen Geschmack der Farce besser hervor. Das würde ich nach persönlichem Gusto entscheiden.

Viel Spaß und guten Appetit! 🙂

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Kommentare zu: "Ravioli à la Fairytalez" (6)

  1. RIESENNOM!

    (Ich liege übrigens immer noch fresskomatös auf dem Sofa. Wer bringt mich ins Bett?)

  2. Sehen auch wirklich verdammt lecker aus:mrgreen:

  3. Hmmm sieht das lecker aus!
    Werd ich allerdings nie nachkochen – die Zubereitungszeit schreckt ab… ,-)

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