… aus dem Leben einer Fairy

Archiv für November, 2012

Französische Cuisine

Französische Küche ist ja nicht für jeden etwas. Manchmal haben die Franzosen einfach verrückte Ideen, was man so essen könnte, z.B. Schnecken oder Froschschenkel – pfuibah. Und bisweilen wundert man sich schon im Supermarkt, was da so zum Verkauf angeboten wird und was ja somit auch irgendjemand kaufen muss.

Aber ab und zu sind auch Dinge dabei, die absolut toll sind und die man in Deutschland einfach nicht findet. Daher gehe ich ab und an gerne bei unseren direkten Nachbarn einkaufen. So auch neulich. Zum ersten Mal mit unserer kleinen Miss Minifairytalez war der Einkauf zwar ein wenig unentspannter als sonst, aber dafür fiel uns auf, dass die Franzosen auch auf dem Gebiet der Babynahrung viel mehr Abwechslung zu bieten haben als wir.

Hier so: Karotte, Pastinake, Kürbis. Und Spinat. Naja.
Dort so: Von Bohne über Lauch bis hin zu Broccoli und Spargel kommt alles ins Gläschen.

Einerseits konnte ich mir ja nicht vorstellen, warum ein Baby unbedingt grüne Bohnen essen sollte, aber anderseits war ich natürlich auch neugierig. Also habe ich einfach mal von ALLEM ein Gläschen gekauft (der Einkaufswagen war damit halb voll und damit wurde mir die erschreckende Vielfalt noch deutlicher), so zum probieren.

Tja, was soll ich sagen. Mini Miss Fairytalez ist genau so wenig ein Fan von französischer Vielfalt wie ich von Schnecken mit Kräuterbutter und das Broccoli-Gläschen wurde genauso farbenfroh auf dem Fußboden verteilt wie die Aprikosenpüreesache. Sie scheint ein durch und durch deutsches Baby zu sein und bevorzugt Karotte, Kartoffel, Rind. Fertig.

Aber ich gebe nicht auf, morgen gibt es Spaghetti Bolognese, vielleicht steht sie ja auf italienisch ;-).

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Kreativpizza

Man könnte auch „Restepizza“ sagen, aber kreativ klingt einfach besser ;-).
Mit unserem tollen Zaubertopf alias Thermomix hatte ich am Tag zuvor eine megageniale Tomatensauce gezaubert (deren Besonderheit größtenteils darin liegt, dass ich mich nicht genau erinnern kann, was da außer Tomaten noch so alles reingewandert ist). Diese Sauce habe ich auf einen (natürlich ebenfalls im Themomix hergestellten) Pizzateig gestrichen und mich dann überraschen lassen von den Dingen, die der (eigentlich leere) Kühlschrank so zu bieten hatte.

Zunächst dachte ich, die Pizza würde am Ende recht nackt aussehen, aber es ist immer wieder erstaunlich, was sich dann noch noch so alles findet. So gelangte der italienische Teigfladen zu einer Spezialbelegung aus Schafskäse, Backmozzarella, Parmesan, Paprika, Bratenfleisch, getrockneten Tomaten in Öl und hhmm, ich glaub das war’s. Oder?

Wie auch immer, das Ergebnis war nach 10 Minuten im maximal geheizten Ofen sehr gut essbar und am nächsten Tag lohnte sich dann auch der Großeinkauf, denn unser Kühlschrank war wirklich gähnend leer :-).

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Pianobaby

Endlich ist es da – mein altes Klavier :-).

Seit gefühlt fünf Wohnungen warte ich auf die Gelegenheit, mein Klavier zu mir zu holen. Und heute war es soweit. Es wurde aus meinem Elternhaus abgeholt und in unsere Wohnung transportiert. Ich habe schon sooo lange nicht mehr geübt, ich kann bestimmt trotz 10 Jahren Unterricht gar nicht mehr spielen. Aber egal, ich habe meine Noten, mein Instrument und vor allem viel mehr Motivation als zu Teenagerzeiten, wieder anzufangen.

Klar, man hatte damals auch gute Gründe aufzuhören – Protest gegen gewisse Teile der Ursprungsfamilie, keine Zeit, keine Lust – hhmm, naja, also mit 16 schienen das gute Gründe zu sein. Echt jetzt. Es lag keinesfalls an Teenagermist und Jungs veränderter Interessenlage in Richtung Kommunikation mit gegengeschlechtlichen Wesen oder so. Niemals.

Mit ernsthaften Spielversuchen warte ich noch auf den Klavierstimmer (obwohl, jetzt könnte ich mir noch einreden, dass es nur deswegen schlimm klingt weil es verstimmt ist, und dass es nicht an meinen mangelnden Fähigkeiten hängt ;-)). Aber mit meiner Mini Miss Fairytalez ein bisschen klimpern hat schon richtig viel Spaß gemacht, auch wenn sie anfangs ganz schön erschrocken ist, dass aus dem Kasten Geräusche kommen wenn man ihn anfasst. Sooo süß <3.

Wenigstens weiß ich, wie man sich als Eltern NICHT verhalten sollte, wenn man es schön fände, dass das Kind ein Instrument spielt (ähm, was natürlich nicht bedeutet, dass ich weiß wie man es RICHTIG macht).

Außerdem steht es erstmal vor allem für MICH da und ich werde es so sehr genießen einfach zu spielen – ohne falsches Mitsingen und blöde Kommentare ("Oh, spielst Du wieder Etüden" "Geht das auch mit mehr Gefühl?" etc) von Leuten, die ihr Leben lang kein Instrument gespielt haben und nicht mal die Mikrowelle bedienen können. Auch nicht nach detaillierter Erklärung. So.

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Kääääääsesoufflééééé!!!

Hier also das erste Rezept, das wir (streng nach Plan, weil man sich daran anfangs halten soll) mit unserem neuen Zaubertopf zubereitet haben.

Für sechs Portionen (das hatte ich irgendwie überlesen, aber wir haben es auch zu zweit geschafft *börps*)

150 g Gruyère in den Mixtopf geben und 10 Sekunden auf Stufe 7 zerkleinern (ergibt Käsekrümelchen).

Dann 4 Eier, 60 g Mehl, 50 g Butter, 300 g Milch, Muskat, Salz und Pfeffer in den Topf geben und 3 Minuten bei 90° und Stufe 3 erhitzen (ergibt cremige Masse).

Den Gruyère und 100 g Sahne dazugeben und 10 Sekunden Stufe 6 vermischen.

Käsemischung in 6 Förmchen füllen und bei 180° 30 Minuten in den vorgeheizten Backofen schieben.

Fertig!

Noch besser schmeckt es mit etwas gehackten frischem Rosmarin in der Käsemischung (den habe ich nur leider vergessen). Das Rezept soll auch mit anderen Käsesorten angeblich richtig gut schmecken, allerdings sollte man herzhaften Käse nehmen, sonst schmeckt es schnell langweilig.)

Dazu schmeckt ein schöner grüner Salat oder Tomaten mit Balsamico (das geht aber dann nicht im Zaubertopf, da muss man oldschool Salat putzen ;-)).

Guten Appetit :-).

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Zaubertopf

Es fing an als meine Mutter meinte: „Du hast gar keine richtige Küchenmaschine. Und du willst den Brei für Mini Miss Fairytalez doch sicher selbst kochen, ODER???“ Und ich so: „Klar, ich kauf dann irgendwann mal so ein Mixdings.“ (Mein alter Stabmixer hat nämlich neulich einen kleinen aber tödlichen Eiswürfelunfall gehabt…). Ich bin küchentechnisch zwar von Induktionsherd über Waffeleisen bis hin zu Spongebobsandwichtoaster ausgestattet, aber eine richtige Küchenmaschine besitze ich nicht.

Diese Antwort gefiel meiner Mutter überhaupt nicht und sie meinte „Nee nee, du kaufst nicht irgendein Mixdings, das kann ja dann wieder nur mixen und sonst nix. Du bekommst eine richtige Küchenmaschine. Eine, die ALLES macht. Meine Freundin hat da so ein Gerät, das mixt, wiegt, schlägt, knetet, raspelt, mischt und es kocht auch noch. Und dampfgaren kann es auch.“
Der Deal stand also, wir bekommen zu Weihnachten und unseren Geburtstagen (liegen eine Woche auseinander) diese Küchenmaschine.

Wir konsultierten in den nächsten Tagen demzufolge ein Geschäft um dieses Gerät käuflich zu erwerben. Doch das wäre ja viel zu einfach gewesen. Selbstverständlich darf man dieses wundervolle Gerät nicht einfach so kaufen und mit nach Hause nehmen. Nein, dort wurden unsere Kontaktdaten festgehalten und uns wurde gesagt, man werde sich bei uns melden. Alles sehr seltsam. Einen Tag später rief mich dann auch eine sehr freundliche Dame an um einen Termin mit uns zu vereinbaren. Am liebsten würde sie uns und mehrere Freundinnen bekochen um das Gerät vorzuführen. Rezepte schickte sie uns dann per Mail. Cool, die kommt zu uns nach Hause und kocht. Leider scheiterte die große Party an den Herbstferien (Irgendwie sind so gut wie alle meine Bekannten und Freundinnen nach Holland gefahren. Gibt es da irgendwas umsonst?) und so bekochte die nette Dame mit ihrem Zaubergerät nur meinen Liebsten und mich. Innerhalb kurzer Zeit entstand erst ein genialer Zupfkuchen und dann ein tolles Hauptgericht. Es gab Hackbällchen, Gemüse, Sauce und Reis – alles aus diesem Gerät und gleichzeitig. Sehr cool. Und wir durften alles ganz allein aufessen.

Lange Rede kurzer Sinn: der Zaubertopf schmückt nun unsere Küche und ist bisher wirklich so praktisch wie versprochen. Ich werde demnächst immer mal ein Rezept hier vorstellen, wenn uns etwas mit dem Gerät besonders gut gelingt.

Ich bin jedenfalls mal gespannt, ob wir das Ding weiterhin so häufig nutzen wie in den letzten Tagen (wir hatten schon mehrmals gebrannte Mandeln, Milchreis, Schokopudding, Steinpilzsauce, gedünstetes Gemüse mit Honig und Rosmarin, Eier, Marmorkuchen und diverse andere Kleinigkeiten – besonders gut für meine Figur ist das Gerät vermutlich nicht ;-)) oder ob ich bald nur noch Babybrei damit zubereite.

Warten wir’s ab :-).

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Halloween

Wenn man erstmal ein Jahr aus dem Partybetrieb raus ist, fühlt es sich schon komisch an, endlich mal wieder auf die Piste zu gehen. Aber es wurde ein richtig toller Abend.
Mein Brüderchen und seine Liebste feierten eine ihrer legendären Mottopartys und dieses Jahr eben Halloween. Mit allem drum und dran. Und wir mittendrin. Ohne Baby. Unfassbar.

Die Maus hatten wir zum ersten Mal bei Omi und Opi gelassen, nachdem sie dann doch in ihrem Reisebettchen friedlich eingeschlafen war. Ich hatte zwar auch einen Notfallplan, aber so war es mir noch viel lieber…

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(Sie wäre eine hinreißende Mini-Hexe gewesen, aber es war dort schon sehr laut und die Party begann erst sehr spät.)

Die Deko war der Hammer, der DJ legte wie immer Klassiker auf, das Essen war lecker und reichlich und der Alkohol (und zum Glück auch die Apfelsaftschorle) floss in Strömen. Ich habe mir sogar ein (naja, vielleicht waren es auch zwei…) Gläschen Prosecco genehmigt und war in bester Stimmung. Schließlich hatte ich für den Notfall abgepumpte Milch im Kühlschrank deponiert. Die Gäste waren teilweise so gruselig verkleidet, dass ich allein nicht vor die Tür gegangen wäre. Es war toll. Und ich habe sogar ein kleines bisschen getanzt. Und viel gelacht. Und Spaß gehabt. Es war fast wie früher…

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Und dann wurde mir plötzlich klar, dass alle inklusive mir langsam alt (=erwachsen) werden. Mit einer Freundin unterhielt ich mich über Dinge wie die beste Zubereitung von Pudding im Thermomix und Tagesmütter, es war ein kleines Kind anwesend und keiner hat sich besinnungslos besoffen. Sehr sehr seltsam, vor ein paar Jahren hätte es das nicht gegeben. Gegen ein Uhr fing ich ständig an aufs Handy zu schauen (verdammt, ich bin halt doch eine Mami – früher hätte mich vor vier Uhr keiner dort weg bekommen) und um halb zwei sind wir gegangen, weil ich wusste, dass meine Mutter auf uns wartet und nicht schlafen kann bis wir nicht da sind und unser Kind wieder bei uns ist. Schlimm schlimm…

Die kleine Hexe hat übrigens in ihrem Reisebettchen bis neun Uhr morgens geschlafen – ich hätte also quasi noch die ganze Nacht durchfeiern können (wenn ich nicht so müde gewesen wäre) aber wer konnte das ahnen?

Am nächsten Tag haben wir unser Baby ganz viel geknuddelt und noch einen schönen Spaziergang gemacht. Die Maus war den Wasservögeln gegenüber skeptisch interessiert. Ich bin gespannt wann wir mit ihr die Enten füttern können, ohne dass sie die Tiere mit ihrem Qietschen verscheucht :-).

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Letztlich war es sehr schön, nach der spannenden, ereignisreichen und anstrengenden Tour wieder nach Hause zu kommen.

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Aber es war auch ein phantastisches Gefühl, wieder ein Stückchen Freiheit und Partyluft zu schnuppern.

Yeah! :mrgreen: