… aus dem Leben einer Fairy

Babykram

Seit fast einer Woche sind wir mit unserem kleinen Schatz in den eigenen vier Wänden und durften seitdem schon einige interessante Erfahrungen sammeln.

Einige unserer Erkenntnisse und Erlebnisse möchte ich hier mit Euch teilen, vielleicht kann der/die ein oder andere Leser ja etwas damit anfangen ;-). Der Rest der Leserschaft möge diesen Blogpost einfach überlesen, bestimmt kommen bald wieder andere Themen. Hoffe ich :mrgreen:.

Zunächst einmal sind Babies gar nicht so anstrengend wie es immer gesagt wird. Sie haben einfach nur ein unheimlich schlechtes Timing. Unser Schatz ist beispielsweise das friedlichste Kind der Welt und schläft sehr viel. Nur eben nicht nachts. Oder wenn man etwas gekocht hat. Oder wenn man duschen will oder einen Termin hat. Ansonsten aber ist sie fast immer so ruhig, dass es einem beinahe schon langweilig werden könnte.

Zum Glück kann man sich in diesen langen Schlafpausen damit unterhalten, Wäsche zu waschen und Kleidung zu wechseln, selbst zu schlafen, der Stillvorrichtung Erholung zu gönnen sowie den Wickeltisch wieder herzurichten. Mir tut manchmal alles so wahnsinnig weh, dass ich mich frage, wie die Menschheit überleben konnte. Flaschenbabynahrung gab es ja beispielsweise früher gar nicht. Und zumindest in der ersten Zeit ist Stillen eindeutig nur was für Masochisten oder sehr willensstarke Menschen…
Muttermilch hinterlässt übrigens quasi unauswaschbare Flecken (nur für diejenigen, die noch schnell ihre gute Garderobe retten und sich lieber ein paar Billigstillshirts zulegen wollen). Habe ich bereits erwähnt, dass „Babykotze“ zum Glück die Trendfarbe des Sommers ist? Habe ich zumindest in mehreren Schaufenstern so gesehen (nein, ich nenne keine Namen ;-)).

Eine weitere interessante Erfahrung ist das Wickeln an sich. Immer wenn man denkt „So, das müsste es jetzt aber gewesen sein“ und die alte Windel in den Müll wirft, kommt noch ein plätscherndes kleines Geschäftchen aus dem Baby hervorgesprudelt (hier übrigens mein aufrichtiges Beileid an die Mamis von männlichen Babies, die können nämlich präziser zielen…). Nicht ohne ein kleines zufriedenes Lächeln auf der kleinen Babyschnute natürlich (zumindest bilde ich mir das ein ;-)). Diese Windeleimer sind übrigens nicht so praktisch wie man erst denkt. Die Folie verheddert sich öfter mal und der Deckel schließt nicht so richtig stabil.

Faszinierend ist zudem, wieviele Blähungen ein so kleiner Körper beherbergen kann. Aus meinem Lebensmittelplan sind neben diversen Nahrungsmitteln auch gerade alle kohlesäurehaltigen Getränke gestrichen. Auch wenn ich dadurch jetzt das Gefühl habe, ständig kurz vor dem Verdursten zu sein (stilles Wasser und Tee helfen meiner Meinung nach nicht dauerhaft gegen Durst) hoffe ich dadurch wenigstens das schrecklich gequälte und quälende Geschrei meines kleinen Lieblings zu verhindern. Sollte das allerdings nichts helfen, dann kippe ich wieder literweise sprudeliges Sprudel in mich hinein :-).

Und dann ist da noch etwas. Obwohl ich ja eigentlich nicht so der wahnsinnig überemotionale Typ bin und auch ehrlich gesagt nie so richtig begeistert von Babies (und erst recht nicht von Kindern) war…

Ich LIEBE mein Kind. Ich könnte meiner Flauschmaus Tag und Nacht bei allem zusehen, was sie so tut. Egal ob sie schläft, eine Schnute zieht, ob sie strampelt oder etwas mit ihren großen Augen versucht zu fixieren, egal ob sie spuckt, trinkt, pupst, Bäuerchen macht, schreit, zappelt oder versehentlich nach etwas greift. Jeden Tag bin ich immer wieder von Neuem völlig fassungslos, dass die Süße mein Kind ist und dass ich sie behalten darf und dass sie so furchtbar süß ist, dass es schon fast wehtut. Ich werde von jedem Fiepen wach und stehe quasi im Bett. Im Stubenwagen schläft sie meist nur tagsüber, nachts ist sie aus unserem Bett kaum verlegbar. Den größten Teil des Tages lasse ich sie weder aus den Augen noch aus den Armen. Wenn Fremde auch nur versuchen in den Kinderwagen zu schauen, werde ich sofort aufmerksam und latent aggressiv. Wahnsinn. ICH werde zur Löwenmami, wer hätte das gedacht?

Die Natur ist schon sehr raffiniert :mrgreen:.

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Kommentare zu: "Babykram" (23)

  1. ladycrooks schrieb:

    😉

    Jetzt warte ich auf einen ähnlichen Content von Judy und dann springe ICH lautklatschend in die Luft, mache einen Salto und rufe laut: JA! Es erwischt jede! Wirklich jede!!!;-)

    Herzlichen Glückwunsch nochmals.

    Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass mein Kind total problemlos war, aber jetzt mit 4 hält die mich ganz schön auf Trapp….

    Du kannst Dir eines merken: Alles Phasen… Alles!

    Und da wir gerade beim Thema sind noch ein Tipp: Lass die Finger von „Hilfe ich wachse“ Das ist so präzise wie das tägliche Horoskop….

    • Auch wenn ich in Bezug auf fremde Kinder ganz ähnlich ticke wie Miss Fairytalez habe ich schon immer gesagt, dass das bei einem Eigenen wohl anders sein wird. Von daher ist das dann eigentlich keine Neuigkeit.
      Und ja – in Bezug auf den BabyChief kann ich jetzt schon sagen, dass es mir da genauso wie Miss Fairytalez gehen wird 😉

    • Mist, jetzt liegt das schon (ungelesen) auf dem Nachttisch…
      Aber Barnum-Aussagen sind doch immer ganz nett ;-).

  2. Danke für die ganzen Tipps. Das mit der Muttermilch wußte ich nicht – eigentlich wollte ich nix mehr kaufen an Klamotten, aber jetzt? 🙄 Okay, dann halt nochmal shoppen…

    Mineralwasser mit Kohlensäure mag ich eh nicht. Da hatte ich schon vor der Schwangerschaft Probleme mit, von daher wird mir sowas nicht schwer fallen 😉

    Das mit dem Pullern bei Jungs … :mrgreen: … da haben mir ein paar Jungsmütter schon ganz nette Tips gegeben 😉

    Und das Babytiming – da gehe ich von aus. Und genau das hat meine Hebamme mir auch schon erzählt. We’ll see^^

    • Gern geschehen ;-).

      Das mit der Muttermilch ist mir auch erst aufgefallen als meine Sachen mit Flecken aus der Wäsche kamen :-(. Zum Glück war ich noch kurz vorher ein paar günstige Shirts kaufen. Ganz verhindern lassen sich kleine Unfälle nämlich trotz Einlagen nicht (zumindest bei mir).

  3. Schön zu lesen, dass es euch so gut geht. 😀

    Auf die Spucktücher überall im Haus freue ich mich auch schon. :mrgreen:
    Genießt eure gemeinsame Zeit und jede einzelne Phase. *ggg*

  4. ladycrooks schrieb:

    @Fairytalez: Nun, wenn Du allgemeingültige Platittüden die einen mehr Verunsichern als alles andere, dann gerne. Außerdem wirst Du sowieso ständig auf irgendwelche Mütter treffen die Weisheiten in Form von: Du, das ist normal die macht gerade den Sprung sowieso…
    Ich empfehle den Remo Largo. Das hat Hand und Fuß und lässt Kindern auch die Möglichkeit eigene Perönlichkeiten zu sein und presst sie nicht in irgendwelche Schemata…

    • Stimmt, die allwissenden Mamis in meiner Umgebung gehen mir jetzt schon auf den Keks. Ich glaube ich lese erstmal gar keine Bücher zusätzlich und lerne lieber meine Maus kennen. Von Schubladendenken halte ich allgemein nicht viel (auch wenn kognitive Sparsamkeit häufig Vorteile hat).

  5. ladycrooks schrieb:

    @Judy: Ich glaubte nie, dass Du Dein Kind nicht liebst, aber laut Deiner eigenen Aussagen vor noch nicht all zu langer Zeit, wäre so ein Content von Dir UNMÖGLICH;-)

    Aber ich finde es herrlich…

    Übrigens liegen die Berge an Spucktüchern bei mir noch originalverpackt im Schrank. Ich glaube ich brauche werfe die jetzt dann aber mal raus. Ich glaube ich brauch die nimmer…

    Du brauchst keine Klamotten mehr kaufen, es sei denn es ist ein willkommener Grund für Dich eine solche Ausrede zu haben. Aber glaub mir: Jedes, wirklich jedes Kind ist anders und man weiß es erst wenn der Giftzwerg dann da ist. Dann kannst Du immernoch einkaufen gehen. Was habe ich Zeug gehabt und NICHT gebraucht, obwohl mir andere Stein und Bein geschworen haben, dass es UNVERZICHTBAR sei.
    Nicht bei meinem Kind.

    • Ach so, Du meintest, ich würde das nicht öffentlich zugeben? Hab ich aber eigentlich auch nie behauptet… 😉
      Anyway – nein, bei den Klamotten meinte ich nicht die Babysachen. Sondern billige Stillshirts. Wegen den Milchflecken… Babysachen kaufe ich erstmal nix mehr. Ich befürchte, das ist eh schon zuviel 😉

      Ich hab meine Spucktücher schon vorgewaschen. Da ist nix mehr mit Verpackung…

      • Die Spucktücher kannst Du auf jeden Fall gebrauchen. Ich hab mehrere Pakete im Dauereinsatz, nutze sie als Unterlage beim Wickeln, Matratzenschoner im Kinderwagen, als Kopfkissen, als Spucktücher, als Decke etc. Die Dinger sind schon praktisch.

        Dass man viele für einen selbst unnütze Dinge empfohlen bekommt stimmt aber schon… Ich habe hier beispielsweise dieses steife Boppy Stillkissen, mit dem ich jetzt prima meinen Nacken stütze, weil es für mich persönlich als Stillkissen nicht so richtig taugt. Naja, die meisten Dinge kann man mit etwas Kreativität eben doch nutzen.

      • Genau das habe ich mit den Spucktüchern auch vor. Sozusagen Allroundeinsatz 😉

        Witzig. Meine Schwester schwört auf das Boppy und findet das Theraline eher unpraktisch zum Stillen. Na, ich bin ja mal gespannt, wie das dann hier wird. So hat halt jeder seine Präferenzen 😉

      • Ich denke es kommt auch drauf an, welche „Stellung“ man bevorzugt bzw. wo man gern stillen möchte. Mit der Kaiserschnittnarbe war für mich bisher im Liegen sehr praktisch, das Boppy ist vermutlich besser im Sitzen. Du kannst es ja einfach ausprobieren dann :-).

      • Ja, das kann natürlich sein. Aber im Liegen – braucht man da überhaupt ein Stillkissen?

        Anyway – we’ll see. Ich werde dann ja auch berichten 😉

      • Wenn man auf der Seite liegen kann nicht unbedingt, aber wenn man auf dem Rücken liegt finde ich es schon praktisch. Da kann man das Baby mit dem Kissen zwischen Beine oder Arm und Brust „klemmen“.

        Anfangs soll man ja eh so viel wie möglich variieren, aber ich merke schon, dass meine Maus manche Stellungen gar nicht mag und dann auch nicht gut andocken kann.

    • Wobei ich tatsächlich zugegeben nicht der Typ bin, der über solche Dinge besonders emotional berichtet. Auch, wenn ich so fühle. Von daher – we’ll see. Vielleicht ändert sich das ja 😉

  6. Kleiner Tipp zum letzten Absatz. Vor allem ältere Damen neigen oft dazu, Babies ins Gesicht zu fassen. Ein beherzter Kniff in die Backe der Dame von Papa oder Mama bringt sie aber ganz schnell zur Vernunft. Ein Kommentar à la ‚Sie machen doch grad das Gleiche mit meinem Kind‘ unterstützt diese Aktion noch. Beim ersten Mal kostet es Überwindung, aber es wird von Mal zu Mal leichter.
    Wenn dir das zu viel ist, gäbe es noch: Die Kamera zücken und ein Close-Up Portrait machen als berührungslose Variante des Privatshäre-Schockens ;-]

    • Das ist (zumindest für Fremde) ein wirklich guter Tipp. Danke.

      Bei Leuten die ich eigentlich mag fällt mir das aber schwer, ich habe da leider ein paar sehr distanzlose Verwandte…

      Naja, mal schauen wann ich dem Ersten ins Gesicht springe ;-).

  7. Beim Lesen Deines Post hatte ich zeitweise Tränen vor Lachen in den Augen.
    „…schlechtes Timing…“ „…Stillvorrichtung…“ *LOL*

    Dennoch hört man deutlich heraus, dass Du das alles gut im Griff hast! Und so ein Löwenmami-Reflex hört sich für mich seeeeehr gesund an. 🙂
    Weiter so.

    Liebe Grüße
    Schlörte

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