… aus dem Leben einer Fairy

Abschiedsschmerz

Ich hasse Abschiede. Ich bin ein Mensch, der sich ungern und schmerzlich trennt. Ich weiß das und ich arbeite daran. Aber wenn es dann soweit ist, erwischt es mich immer wieder eiskalt.

Eine Freundin verlässt mich. Naja, nicht wirklich mich. Aber irgendwie eben doch. Sie zieht ans gefühlt andere Ende von Deutschland. Ich weiß, das ist theoretisch kein Weltuntergang. Für mich aber schon ein bisschen. Wir haben uns am Anfang des Studiums kennengelernt und als ich sie sah und erlebte, wusste ich damals sofort: Die Kleine hat einen Knall. Einen sympathischen. Genau wie ich und doch so anders. Das passt. 🙂

So war es auch und sie wurde eine richtig gute Freundin für mich. Die beste Freundin aus meinem Studium. Mit der ich so vieles geteilt habe, auch wenn teilen nicht wirklich meine Stärke ist. Eine, bei der man sich auch mal eine Weile nicht meldet, und trotzdem alles sofort wieder so ist wie vorher wenn man sich trifft. Eine der man alles erzählen kann. Mit der man lachen und weinen kann. Mit der man so richtig schön lästern kann. Mit der man aus Verzweiflung über’s Studium verrückte Pläne schmiedet. Mit der man Pferde stehlen könnte, wenn man Pferde mögen würde. So Eine. Eine Echte.

Und jetzt erzählt sie mir, sie zieht weg. Weit weg. Verlässt unser gemeinsames Ausbildungsinstitut. Lässt mich allein zwischen sicherlich auch netten Menschen, zu denen ich aber leider nicht annähernd den gleichen Draht habe.

Im ersten Moment war ich einfach viel zu geschockt um das alles wirklich zu realisieren und ich werde es verdrängen, bis sie wirklich nicht mehr neben mir sitzt in diesem kleinen, völlig überfüllten Raum, in dem ich eigentlich nur sie wirklich neben mir ertragen kann. Bis ich ihr einen Platz freihalten will und mir bewusst wird, dass sie nicht kommen wird. Dass sie weg ist.

Natürlich wünsche ich ihr alles Gute. Ich hoffe, dass sie glücklich wird und dass wir uns trotzdem ab und zu sehen oder telefonieren. Und dennoch beschleicht mich manchmal der (zugegeben egoistische) Gedanke, dass es ihr dort vielleicht doch nicht so gut gefällt und sie irgendwann einfach wieder zurück kommt.

Wer weiß?

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Kommentare zu: "Abschiedsschmerz" (11)

  1. Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass genau solche Freundschaften nicht halten.

    Meine ehemals – ach-so-gute-beste-Freundin, hat mich zwiemal hier besucht und danach nie wieder und es sind nur 300 km.

    In die Karibik fliegt sie jedes Jahr 2 mal…

    Ich hoffe es läuft bei Euch anders.

    • Danke. Es tut mir leid für Dich, dass Eure Freundschaft nicht gehalten hat, ich hoffe auch, dass es bei mir anders läuft.

      Mal ehrlich: Karibik oder irgendwo in Deutschland? Die Entscheidung würde mir auch nicht schwer fallen 😉

      Wie oft hast Du sie denn besucht?

      • Ich habe sie oft besucht. Aber im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass es auch früher, als wir noch in der Nähe gewohnt haben, meist ich diejenige war die sie besucht hat.

        War damals hart. Mittlerweile hab ich es verkraftet und betrachte es als Lernerfahrung.
        Ja, Karibik war anscheinend einfacher als hier in Deutschland eine der schönsten Städte zu besuchen.

      • Stimmt, so eine Erkenntnis tut weh.
        Eine der schönsten Städte? Wo ist das denn? Dann überlege ich doch mal, in Deutschland zu reisen 🙂

  2. Mein Sohn war heute für ein paar Stunden hier auf Besuch – morgen fährt er wieder nach Hamburg – ich glaube ich kann das gerade – mal wieder – sehr gut nachfühlen 😉

  3. da habe ich ganz andere erfahrungen gemacht.
    ich war über 10 jahre 500 km weit weg und der kontakt zu meiner freundin ist kein bischen abgebrochen. wir haben gechattet, telefoniert uns gegenseitig mindestens 1 x pro jahr besucht.
    als ich wieder in der heimat war, war es, als sei ich nie weg gewesen 🙂

  4. Meine beste Freundin, die ich bereits mein ganzes Leben kenne, wohnte schon immer weit weg (damals 250km, dann 15km, danach 100km und jetzt 700km) und es hat sich nie etwas geändert. Klar damals, als sie ein Jahr lang quasi um die Ecke gewohnt hat und wir uns mehrmals die Woche gesehen haben und ich jederzeit einfach zu Ihr oder sie zu mir fahren konnte, hätte ich sie am liebsten nie wieder gehen gelassen, aber es ließ sich nicht ändern.

    Wir sehen uns 2 bis 4 Mal im Jahr und telefonieren auch nicht sehr viel öfter, aber es ist jedesmal, als hätten wir uns letzte Woche erst gesehen.

    • Meinen besten Freund sehe ich auch nicht mehr oft, vielleicht einmal im Jahr. Aber ich habe das Gefühl, bei gegengeschlechtlichen Freunden ist eh alles irgendwie anders.
      Ich bin ja ehrlich gesagt ganz froh, wenn du deiner besten Freundin nicht ZU nahe stehst 😉

      • Ok… Also ehrlich gesagt, bist ja DU inzwischen meine beste Freundin. Wie es in einer perfekten Beziehung halt so sein sollte :-* Also ist ein möglichst naher Kontakt schon sehr wünschenswert…

  5. Och menno 😦

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