… aus dem Leben einer Fairy

Nostalgischer Vorschlag

Heute ist im Fairy Universe einer dieser Tage, an denen mit einem Schlag nostalgische Gedanken hochkommen, die ewig vergraben waren.

Mir fiel vorhin beispielsweise diese Lesebuchreihe aus der Schule ein.
Deutsch war neben Französisch und Englisch mein Lieblingsfach und Lesen eines der wenigen Dinge in der Schule, die mir wirklich Spaß gemacht haben. Fast egal was, ich habe Literatur geradezu verschlungen. Ob Effi Briest, Der gelbe Vogel oder Faust, an jedem Buch war am Ende doch irgendetwas liebenswertes.

Und so kramte ich eines der alten Lesebücher aus meinem Regal und suchte den Text, der es mir schon als Kind bzw. Jugendliche absolut angetan hatte.

Warum?

Erklärt sich meiner Meinung nach von selbst.
Wer will nicht einen Pfahl in die viel zu schnell dahinschießende Zeit rammen?

Vorschlag

Ramme einen Pfahl
in die dahinschießende Zeit.

Durch deine Hand rinnt der Sand
und bildet Formlosigkeiten,
die sogleich auf Nimmerwiedersehen
in sich selbst einsinken:
vertanes Leben.

Was du nicht erschaffst, du
bist es nicht. Dein Sein die Gleichung
nur für Tätigsein: Wie will denn,
wer nicht Treppen zimmert,
über sich hinausgelangen?
Wie will heim zu sich selber finden,
der ohne Weggenossen?

Hinterlass mehr als die Spur
deiner Tatze, das Testament
ausgestorbener Bestien, davon die Welt
übergenug schon erblickt.

Ramme einen Pfahl ein. Ramme
einen einzigen, einen neuen Gedanken
als geheimes Denkmal
deiner einmaligen Gegenwart
in den Deich
gegen die ewige Flut.

(Günter Kunert)

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