… aus dem Leben einer Fairy

Archiv für Oktober, 2011

Der Letzte seiner Art

Vorhin waren wir auf dem Wochenmarkt um frisches Gemüse zu kaufen und ein bisschen spazieren zu gehen. Die Temperaturen sind ja teilweise schon eher saukalt winterlich und so freuten wir uns über die wärmenden Sonnenstrahlen, die den Herbst ein wenig freundlicher gestalten.

Wir schlenderten dann mit unseren vollen Körbchen zum Auto und auf einmal saß ein stattlicher Marienkäfer auf der Hand meines Liebsten. Ich liebe Marienkäfer und ließ es mir natürlich nicht nehmen, ihn auch über meine Hand krabbeln zu lassen :-) Besonders hatte es ihm offenbar mein Ring angetan, den er immer wieder erkletterte.

Ich habe mich in dem Moment so gefreut…

Als Kind hatte ich ja leider immer den Hang dazu, alle Tiere mit nach Hause zu nehmen und sie zu “pflegen”. Ich weiß nicht, wieviel Mühe und Geduld es meine Mutter gekostet hat, mir zu erklären, dass nicht alle Tiere in einem Einmachglas wohnen und Kartoffelbrei mit Zuckerwasser essen wollen…

Den schönen Marienkäfer jedenfalls habe ich auf eine Weinrebe gesetzt (hoffentlich voller Blattläuse) und ihm gewünscht, dass er den Winter ohne Kartoffelbrei gut übersteht ;-)

Ich nehme mal an, es war der Letzte seiner Art, den ich für dieses Jahr sehen durfte.

Manchmal sind es solche Kleinigkeiten, die mir den ganzen Tag verschönern und mir Tränen in die Augen treiben (oder es sind die Hormone… ;-))

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Kreißsaalsightseeing

Gestern Abend haben wir an einer Kreißsaalbesichtigung bzw. einer Führung durch eine örtliche Geburtsklinik teilgenommen. Wir sind zwar erst in der neunten Woche, aber ein bisschen neugierig wird man ja so langsam doch, wie das dann am Tag X im Zweifel funktionieren wird. Und nach einer Hebamme soll man sich möglichst früh umschauen.

Und nicht dass das Baby plötzlich kommt und wir haben nicht alles vorbereitet… OMG, da fällt mir ein, ich muss ja noch den Krippenplatz reservieren ;-)

Bei dieser Besichtigung waren erstaunlich viele Menschen, einige zwei Wochen vor ihrem Geburtstermin (denen schien das alles teilweise ziemlich egal zu sein) andere (so wie ich) noch ohne deutlichen Babybauch und schwer nervös. Sehr gemischtes Publikum.

Ich persönlich finde es immer wieder erstaunlich, dass SIE bei keiner Veranstaltung fehlt. Die Person, die nervt. SIE schafft es, die dümmsten Fragen zu stellen, jeden Schwank aus ihrem Leben 20 mal zu erzählen und nebenbei dümmlich zu Grinsen. SIE merkt nicht mal, dass die Leute nicht MIT ihr, sondern in jedem Fall ÜBER sie lachen oder genervt wegschauen. SIE verlängert jede Veranstaltung bis zu einem unerträglichen Punkt, an dem man ihr so furchtbar gern einen großen Tesafilmstreifen über den Mund kleben würde.

Besonders lustig ist das natürlich mit 25 kreislaufschwachen Schwangeren in einen winzigen Raum und SIE erzählt noch eben die Geschichte, wie sie ihr erstes Kind ohne Wickelkommode wickeln musste. Oder wie dick ihr Bauch bis Dezember noch wird. Oder dass Ihre Geburt die längste aller Zeiten war…

Als wir gestern nach zwei Stunden Kreißsaalsightseeing plus Gratis-Comedy aus der Klinik gestolpert sind, haben wir den kompletten Rückweg gelacht und uns gefragt, ob die Dame evtl. engagiert wurde, um uns alle von unserer Nervosität abzulenken. Das nenne ich mal Service… :mrgreen:

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Vandalismus

Momentan versuche ich ja, bei allem möglichst gelassen zu bleiben und mich über nichts aufzuregen. Ich tue das in der Hoffnung, das kleine Wesen in mir möge ein ruhiger und gelassener Mensch werden (nicht so wie ich also ;-)). Soviel zur Theorie.

Am Wochenende klingelte es morgens an unserer Tür. Mein Liebster ging schauen, wer unsere Ruhe stört, während ich noch mit einem kleinen Anflug von morgendlichem Unwohlsein kämpfte. Und mit Müdigkeit.

Die hatte sich jedoch schnell verflüchtigt, als mein Liebster zurückkam und sagte: “Es ist die Polizei. Das Auto ist beschädigt.” Ich flitzte wutentbrannt ging völlig gelassen die Treppe runter und traf auf den freundlichen Polizisten, der meinte: “Ja, da hat also jemand vermutlich nachts alle Autos in der Straße zerkratzt. Schön mit einem Schlüssel oder so an mindestens acht Fahrzeugen entlang.” “Scheiße Das ist ja ärgerlich. Findet und tötet das Schwein! Was kann man denn da jetzt machen?” “Das fällt unter Vandalismus. Das zahlt die Versicherung. Ich lasse Ihnen da ein Schreiben zukommen.” “Waaas? Und der fiese Vandale kommt einfach so davon? €&)@”?!?’%#^*+=<$£¥• Ah ja, ok, vielen Dank.”

Und dann ging ich so völlig gelassen wieder in’s Haus. Nein, ich rege mich gar nicht über diese absolut sinnlose Sachbeschädigung auf. Auch nicht jedes einzelne Mal, wenn ich an mein Auto gehe. Ich bin total cool. Jawohl. ABER WENN ICH DAS ARSCHLOCH IN DIE FINGER KRIEGE IST SCHLUSS MIT LUSTIG!!!

Ich gehe mir jetzt mal einen Tee kochen…

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Virgin Party

Es war schon ein komisches Gefühl.

Am Samstag war ich zum ersten Mal auf einer Party und habe keinen Alkohol getrunken und nicht geraucht.

“Was?” denkt Ihr jetzt vermutlich. “Trinkt die sonst immer?” Um ehrlich zu sein: Ja, zumindest das Glas Begrüßungschampagner nehme ich auf solchen Parties immer mit. Und nach dem Essen spätestens rauche ich eine Zigarette. Und zum Essen trinke ich auch gerne ein Glas korrespondierenden Wein. Oder zwei.

Als der Champagner am Samstag ausgeschenkt wurde (wir waren natürlich zu meiner Freude auch noch in einem tollen Sterne-Nobelschuppen, wo der Champagner wirklich gut ist), sagte ich tapfer “Nein, danke, haben Sie auch was alkoholfreies?” und bekam einen ekelhaft bitteren Grapefruitsaft. Super! Ich wollte doch nicht noch zusätzlich für meine Abstinenz bestraft werden…

Zur Gänseleber (die ich nur ein bisschen probiert habe, Leber soll man ja auch nicht essen…) gab es einen Golden schimmernden Wein, den ich wirklich gerne gekostet hätte. Zum Hauptgang gab es einen phantastischen Rotwein (zumindest dem Duft nach zu urteilen) und das Ochsenfilet hätte Medium bestimmt auch eine ganze Ecke besser gemundet als auf Schuhsohle (also durch) gebraten *seufz*.

Respekt an meinen Liebsten, der freiwillig auf den Alkohol verzichtet und tapfer mit mir den ganzen Abend Wasser getrunken hat.

Was mir vorher nie aufgefallen ist: Wenn man selbst nichts getrunken hat, sind die anderen Menschen unerträglich laut und stinken nach Kneipe.

Einen Vorteil hatte das Ganze natürlich: um elf waren wir müde und um zwölf im Bett.

Und das noch siebeneinhalb Monate? Das wird lustig…

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